Dr. Else Ackermann

Damit niemand auf den dummen Gedanken kommen könnte, ich sei nicht mehr Mitglied der CDU oder des Ortsverbandes der CDU Neuenhagen, ist meine Mitgliedschaft in dieser Partei, der ich seit 1985 angehöre, damals noch DDR, ausdrücklich angezeigt.

 

Somit blicke ich auf 25 Jahre Parteiarbeit in zwei sich gegenseitig ausschließenden Gesellschaftsordnungen zurück, von denen nur eine überlebt hat. Eine friedliche Revolution und nicht die Wende von Egon Krenz, dem letzten Staatsratsvorsitzenden der  DDR, hat dieses sozialistische Nachkriegsgebilde, nur mühsam mit Unterdrückungsmaßnahmen und einer Besatzungsmacht von 500 000 sowjetischen Soldaten am kümmerlichen Leben erhalten, in die historische Versenkung geschickt. Sie verschwand nahezu lautlos unter Kerzenschein friedlich von der Weltbühne und mit ihr ohne einen Seufzer 1991 die bisher ruhmreiche Sowjetunion. Wenn auch immer noch das Wort Wende gebräuchlich ist, besonders die Politologen aus den alten Bundesländern bevorzugen es, so hat eindeutig keine Wende stattgefunden, weil die Wendehälse, vorwiegend die SED-Genossen im Kampf um eine neue Perspektive in der Demokratie mit ihrem Grundgesetz auf dem Boden des aufgeklärten christlichen Abendlandes, keine Machtbasis mehr hatten. Unter ihnen waren zweifelsohne kluge Köpfe, die sich rasch umorientierten und in der bereits im Dezember 1989 neugegründeten SED mit dem Zusatz PDS Zuflucht suchten. Diese neue Fluchtburg politisch überflüssiger Parteikader erweist sich allerdings nach 20 Jahren als erstaunlich etabliert. Die Schwäche der CDU nach dem Wahlsieg 1990 in den neuen Bundesländern, ihre Bequemlichkeit und ihre nicht besonders ausgeprägte Kampfbereitschaft gegenüber der linken Konkurrenz sind mit Schuld an den politischen Verwerfungen, die wir besonders im Land Brandenburg beklagen.

Im Jahr 20 der deutschen Wiedervereinigung habe ich das Bedürfnis, mit aller Klarheit auf diese Sternstunde in der deutschen Geschichte hinzuweisen, weil ich gerade in der CDU, wie ich sie erlebe, schmerzliche Defizite im Geschichtsbewusstsein der Mitglieder der christlich-demokratischen Partei empfinde. Es hat sich sogar eine Kultur des Vergessens, die man auch als eine Geschichtsvergessenheit bezeichnen kann,  entwickelt und einer Gegenwartsversessenheit Platz gemacht. Die Mitgliederversammlungen sind unpolitisch geworden, und die politischen  Probleme werden ausgeklammert. So hat sich die CDU zu einem kommunalen Verein rückentwickelt, der sich nicht mehr als Partei definieren kann. Kommunalpolitik ist eben keine Parteipolitik. Gerade deshalb sind die politischen Themen, umgesetzt in der CDU-Fraktion des Deutschen Bundestages, an der Basis diskussionspflichtig, wie z.B. der kriegsähnliche Zustand am Hindukusch, wo angeblich deutsche Interessen verteidigt werden. Solange es außerdem noch Zeitzeugen im Ortsverband gibt, sollten die großen Ereignisse unserer Vergangenheit wie z.B. der 17. Juni 1953 niemals ohne sie begangen werden. Wenn man sie trotzdem übergeht, sind es persönliche Gründe gegenüber den „alten“ Politikgestaltern oder peinliche Geschichtsvergessenheit der Verantwortlichen, die sie von jedem Führungsanspruch ausschließt.

Ich habe ich mich entschlossen, zusammen mit Robert Czaplinski, Mitglied der CDU und der JU,  unsere eigene Homepage zu gestalten. Ich bin mir sicher, dass wir uns gegenseitig trotz des großen Altersunterschieds hervorragend ergänzen. 

 

In meinen Texten werde ich mich immer wieder auf das lateinische Zitat Sapere Aude beziehen. Es stammt von unserem großen Philosophen Immanuel Kant aus Königsberg in Ostpreußen. Unter dieser Überschrift fand am 12.12.07 in der KAS eine Vortrags- und Gesprächsveranstaltung auf hohem Niveau statt. Aufklärung und Religion ergänzten den  lateinischen Ausspruch von Kant, der in freier Übersetzung so viel bedeutet wie Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen (oder eher wörtlich: habe den Mut (audere), dir Weisheit (Wissen) anzueignen (sapere). Ein Kernpunkt in der damaligen Veranstaltung war die Forderung, die Religion wieder in die öffentliche Debatte zurückzuholen.

 

Die Gestaltung unserer Homepage übernimmt Robert Czaplinski. Ich werde wie bisher mein Wissen zur Politik dokumentieren und das Angebot der Konrad-Adenauer-Stiftung nutzen, indem ich wie Kant verfahre und „sapere aude“ mache. Das Spektrum wird groß und interessant sein. Ich kann nur hoffen, dass viele von dem Angebot Gebrauch machen und mich auch fordern. Robert Czaplinski hat die verschiedenen Themengebiete (mit Überschneidungen) aufgelistet, so dass jeder Interessent anklicken kann, was er lesen möchte. Wichtig sind Ihre Kommentare um eine Diskussion zu eröffnen. Dieses Anliegen ist nicht neu. Es setzt aber Interesse voraus und die Kraft, mit eigenen Gedanken zu ergänzen oder/und auch zu widersprechen. Nicht gewünscht sind abfällige Bemerkungen und Beleidigungen, die unserem Anliegen zuwiderlaufen; denn  sapere aude. Schmähungen werden gelöscht!

 

Der Erwerb von Wissen in der Medizin und in den Naturwisssenschaften war ein wesentlicher Teil meines Berufslebens. Sieben Jahre nach dem 2. Weltkrieg begann ich mein Medizinstudium an der Humboldt-Universität auf dem Campus der Charité zusammen mit den Veterinärmedizinern und in den Grundlagenfächern gemeinsam mit angehenden Biologen, Chemikern und Physikern. Nach der klinischen Ausbildung an einem Kreiskrankenhaus bewarb ich mich in dem Institut für Pharmakologie und Toxikologie  der Medizinischen Fakultät der Humboldt-Universität, arbeitete aber 2 Jahre in der Akademie der Wissenschaften in Berlin-Buch rein experimentell und weiter in dem Institut der Humboldt-Universität bis 1965. Dann wechselte ich in das Institut für Klinische Pharmakologie der Mecdizinischen Akademie „Carl-Gustav Caus“, das erste in Deutschland, und nach 1990 Medizinische Fakultät der Technischen Universität in Dresden. Dort habilitierte ich 1969 über das Thema „Der  mikrosomale Elektronentransport in der menschlichen Leber“ und durfte nach einer Einladung des Karolinska-Instituts der Universität in Stockholm 1971 für sechs Monate dort erfolgreich forschen. Ab 1975 wechselte ich in die Akademie der Wissenschaften in das Institut für Krebsforschung bis 1989. Finstere Wolken türmten sich auf,, und ich hatte die Chance, als Dozentin- Dozenten wurden in der DDR nach der Habilitation an einer Universität berufen- für das Fach Klinische Pharmakologie in Forschung und Lehre zu arbeiten in der Berliner Charité, der Medizinischen Fakultät derHumboldt-Universität . Daraus wurde zunächst nichts, weil icham 18. März  in die Volkskammer gewählt wurde und nur eine Aufgabe hatte, die Einheit Deutschlands zu vollenden. Die Volkskammer löste sich am 3. Oktober auf, und ich wurde 1991 als Nachrückerin für Lothar de Maizìère Mitglied des Deutschen Bundestages bis 1994. Der hochgeachtete Ministerpräsident de Maizière hatte sich als Mitarbeiter der Staatssicherheit erwiesen und trat zurück wie sein Generalsekretär Kirchner. Die Ost-CDU war durchsetzt mit Spitzeln und keineswegs geeignet, mit der CDU-West zu fusionieren. Der Reinigungsprozess ist immer noch nicht beendet.

 

In meinem ersten Artikel möchte ich mich mit der Schulbildung befassen, über die immer noch gestritten wird. Die CDU hält an den Gymnasien fest, die SPD bevorzugt die Gesamtschule. Die politischen Unterschiede möchte ich nicht diskutieren, möchte mich aber nicht zuletzt durch den Ausspruch von Kant wieder mit der lateinischen Sprache beschäftigen, deren schwierige Grammatik ich fast vergessen habe, obgleich ich 6 Jahre intensiven Lateinunterricht in der ehemaligen Oberrealschule in Neuenhagen genossen habe. Zum ersten Mal wurde ich in dieser Schule nach einer schriftlichen Aufnahmeprüfung 1944 eingeschult und begann mit Englisch. Dann folgte durch das Kriegsende ein Schulbesuch in der Luise-Henriette- Mädchenoberschule in Berlin-Tempelhof ohne Latein. Das musste ich dann in Neuenhagen lernen mit einem Rückstand von einem Jahr. Lateinunterricht gab Herr Butzke aus Schwiebus, userer Partnerstadt in Polen. Sein Unterrichtsstil war sicherlich antiquiert, aber erfolgreich. Die Gemeinde Neuenhagen war glücklich, einen alten Lehrer  mit dieser Erfahrung gewinnen zu können wie die spätere Direktorin Frau Dr. Bernd oder die Mathematiklehrerin Frau Vielitz. Herr Butzke war mit einer bekannten Heimatdichterin verheiratet und bekam die Villa in der Landhausstraße als Wohnsitz zugewiesen. Ich war Schülerin in einer Klasse, die als erste nach dem Krieg wieder zum Abitur geführt wurde, das ich 1952 ablegte. Ich erwähne diese Geschichte, weil ich den wesentlichen Teil meiner schulischen Bildung in der DDR genossen habe. Ich kann mich nicht beklagen bis auf den Marxismus-Leninismus, der mich bis in Studium verfolgte wie andere auch. Aus Protest, um meine Geisteshaltung zu in der sozialistischen Kultur zu verteidigen, beschäftigte ich mich zunehmend mit der Philosophie, besonders der französischen, aber auch der deutschen. Das hat mit bei Argumentationen immer genutzt und mich angetrieben, mehr zu lesen und zu hören, so sich dies anbot. Ich befinde mich hier in Übereinstimmung mit Melanchton in Wittenberg, der Stadt der Reformation und Luthers Wirkunsgstätte. Melanchton war an der Universität bereits mit 21 Jahren Professor fürt Altsprachen, besonders griechisch, um sich mit der Philosophie der Antike in der Originalsprache vertraut zu machen.

 

Er kam damals zu der Überzeugung, dass zur Bildung Kenntnisse der Geschichte und der Philosophie unerlässlich sind. Erst dann erreicht man die Kompetenz, um Zusammenhänge zu erfassen und diese Anderen erklären zu können. Mit diesem Ziel untermauerte Wilhelm von Humboldt Anfang des 19. Jahrhunderts nach der militärischen Niederlage Preußens 1806 gegen die napoleonische Armee die Bildungsreform an den Schulen und Universitäten und schuf 1811 die Reformnuiversität in Berlin. Sie trägt deshalb den Namen der Gebrüder Wilhelm und Alexander Humboldt. Der große Vordenker hieß aber  Philipp Melanchhton in Wittenberg, der vor 450 Jahren starb und dessen Todestag wir in diesem Jahr gedenken. In dieser Stadt nahm die Reformation der christlichen Religion, die von der katholischen Kirche mit dem Papst an der Spitze und Nachfolger von Petrus vertreten wurde, in Europa ihren Ausgang und breitete sich bis nach Frankreich aus, wo der Franzose Calvin sich Martin Luther zum Vorbild nahm. Auch zu diesem Thema werde ich mich in unserer Homepage äußern in der Erwartung, dass sich einige eifrige Leser Gefallen an der Geschichte finden und somit Kompetenz gewinnen. Reisen Sie einfach auf der Straße der Romanik durch Sachsen-Anhalt und besuchen Sie auch das Kloster in Jericho. In der romanischen gut erhaltenen Kirche sehen Sie die puristischen Gedanken des französischen Reformator Calvin. Das preußische Königshaus war calvinistisch und das Gedankengut auf Sparsamkeit mit Verzicht auf Prunk in den Kirchen und lauf Leistung und Disziplin ausgerichtet.

Dr. Else Ackermann

Dr. Else Ackermann

Autorin

Frau Dr. Else Ackermann blickt auf ein langes Berufsleben in der Medizinwissenschaft und in der Politik zurück und möchte mit Ihren Erfahrungen und Ihren Einschätzungen zu aktuellen Brennpunkthemen zum Nachdenken und diskutieren anregen.

Martin Jehle

Autor

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Robert Czaplinski ist erfolgreicher Absolvent eines Hochschulstudiums der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Er ist z.Z. bei der Jugendberufsagentur in Führungsposition tätig und betreut mit seinem eigenen Unternehmen Klienten bei der Öffentlichkeitsarbeit. Er engagiert sich für die CDU und die Junge Union.

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